p.nepp

Erhöhte Entropie

Erhöhte Entropie

Wenn es nach Stadtplanern, Projektentwicklern, Lokalpolitikern und Investoren ginge, gäbe es im urbanen Raum keinen Quadratzentimeter mehr, der nicht “gestaltet” ist.

Aber die Aufrechterhaltung der Ordnung, in der jedes Teilchen an genau einem ihm zugewiesenen Ort verbleibt, erfordert einen hohen Energieaufwand. Systeme streben aber den Naturgesetzen folgend nach energiearmen Zuständen.

Die Stadt ist ein solches System. Sie befindet sich ständig im Wandel. Pflanzen, Tiere und Menschen erobern sich Freiräume und kleine Inseln im durchgestylten Einerlei. Erosion, Taubenscheiße und die alltägliche (Ab)Nutzung der Stadt führen langsam aber sicher zum Verfall der angestrebten Perfektion. Ihr Ende ist absehbar.
Diesen spannenden Prozeß dokumentieren die Fotos mit dem analytischen Auge der Naturwissenschaft sowie tief empfundener Sympathie und zeigen dem Betrachter Möglichkeiten auf, daran Teil zu haben. Kleinste Ansätze oder weit fortgeschrittener Verfall, Prokura Nepp macht sich auf Expeditionen durch die Nachbarschaft oder zum anderen Ende des Kontinents um sie aufzuspüren.

P.Nepp stand mit 3 Jahren zum ersten Mal (von den großen Kindern nicht mitgenommen) vor einem verlassenen Gebäude, erforschte später die niedergehende Schwerindustrie der Heimat, kam ins Berlin der Wendezeit und ist seither mit der Kamera vom Nord-Atlantik bis zum Schwarzen Meer und von der Nordsee bis zum Mittelmeer gereist oder hat die letzten Winkel Berlins erkundet. Ostberlin kurz nach der Wende und die damals entstandenen Freiräume und Möglichkeiten sind heute noch Inspiration und Antrieb.

 
Kontakt: prokura@mail36.net

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